Schlagwort-Archive: Frank Ortmann
05 04 2019 Zwei neue Hörbücher für Max Goldt
Beinahe jedes Jahr bringt der Schriftsteller Max Goldt eins seiner begehrten, zweischeibigen Hörbücher heraus, welche ich ‒ neben den klassischen Büchern und Lesungsplakaten des Autors ‒ seit 2007 grafisch ausstatten darf. Auch bei diesen beiden Hörbüchern »Der Mann mit dem Mireille-Mathieu-Bart« (2017) und »Weltstars im Nadelwald« (2018) sind die Schrifttitel wieder handgezeichnet.
Unter den durchsichtigen Trays und auf den Audio-CDs von »Weltstars im Nadelwald« findet sich ein Muster, das Militärhistorikern womöglich seltsam bekannt vorkommt: Es handelt sich (schematisch ‒ ganz sicher nicht farblich) um »Strichtarn«, das in den 60ern eingeführte Tarnmuster der NVA. Angeordnet wie brav fallender Regen, sind hier wie einst natürlich stilisierte Tannennadeln zu sehen.
Foto zwischen den Tonträgern: © Stephan Katz
22 04 2016 Königstier in Königsdisziplin – Ein Logo für die Schatullenproduzenten Leo & Leo
Die Berliner Firma Leo & Leo produziert neue Schatullen und Humidore von traditioneller handwerklicher Güte. In diese hochpräzise Tischlerarbeit, für die es früher sogar einen spezialisierten Zweig der Kunsttischlerei gab, fließt Wissen und Erfahrung aus der ganzen Welt ein. Die beiden vielgereisten Cousins und Geschäftspartner Stefan und Dr. Per Leo sind zu gefragten Experten für erlesene Hölzer, deren Beschaffung, Verarbeitung und Oberflächen-Veredelung geworden. Die leidenschaftlich gewachsenen, fundierten gestalterischen Kenntnisse der Leos erstrecken sich von zuweilen erstaunlich gut duftenden afrikanischen Hölzern über Holzfurniere und Beschläge bis hin zum traditionellen Kunsthandwerk der japanischen Lackkunst (Urushi).

In einer Schatulle bewahrt man bekanntlich persönliche Wertgegenstände auf. Ihre kulturellen Glanzzeiten, erklärte mir Dr. Per Leo, hatte die Schatulle während des Biedermeier und des Art déco, wo sie zur Grundausstattung jedes bürgerlichen Haushalts gehörte. Während es uns unsinnig erschien, vom Biedermeier aus eine Brücke zum Grafikdesign schlagen zu wollen (damals existierte weder der Begriff, noch kennen wir heute eindeutig zuordenbare Beispiele), schien der Art déco hingegen bestens für eine Anspielung und Logoübersetzung geeignet. Der Art déco bot uns sein experimentierfreudiges, in geometrische Formen untergliederndes, mit Symmetrie spielendes Grafikdesign (par excellence) an, dessen leicht wiedererkennbares Wesen retrotauglich und bis heute faszinierend ist. Zudem war der Art déco auch noch von einer neu entfachten, weltweiten Ägyptenbegeisterung geprägt …
So entstand schließlich die Idee zu dieser dekorativen Bildmarke, in der ein symmetrischer Löwe, ähnlich einer ägyptischen Sphinx, den beschlagenen und mit Schloss versehenen Deckel einer symbolischen Schatulle bewacht. Die passend dazu gestaltete Wortmarke überführt ebenfalls streng geometrische Grundformen ins Dekorative und bekräftigt den Eindruck: dieses Logo ist eine Hommage an den Art déco – die strahlende Epoche des Kunst- und Schatullen-Handwerks der 1920er bis 40er Jahre.


11 10 2015 This Emptiness Is Mine – Songtext-Lettering an Reichsbahn-Waggon für »Eating Snow«

© Fotos: (farblich veränderte Snapshots) aus dem Videomaterial von Robert Wölfer
Für ein Musikvideo des Elektro-Duos »Eating Snow« (Douglas Greed und Mooryc) habe ich einen Songtext mit Füllmarker und weißer Acrylfarbe über die längsseitige Außenwand eines ausgedienten Eisenbahnwagens geschrieben. Der rotbraun vorgestrichene, krustig-schöne Postwaggon steht normalerweise Graffiti-Künstlern zur Verfügung und parkt in Jena, auf dem Gelände des berühmt-berüchtigten Kassablanca Gleis 1. Der Songtext und nun auch das Lettering-Video gehören zum Stück »This Emptiness Is Mine« auf dem Debütalbum »Eating Snow«. Die intelligent-melancholische Musik dieser beiden Meister kann ich nur schwer beschreiben, aber wärmstens empfehlen.
24 03 2015 German Design Award für konzeptionelle und gestalterische Qualität
18 07 2014 Rat für Formgebung nominiert Frank Ortmann für den German Design Award 2015

Erneut hat die Sonderausgabe »Schriftbild« der Süddeutschen Zeitung, die ich 2013 zusammen mit dem Berliner Schweizerdegen Martin Z. Schröder gestaltet habe, eine hohe Auszeichnung bekommen. Der Rat für Formgebung (German Design Council) hat unsere Arbeit nun für seinen internationalen Premiumpreis, den German Design Award, im Bereich »Excellent Communications Design« nominiert.
Über die Sonderausgabe »Schriftbild« der Süddeutschen Zeitung
www.german-design-council.de


