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Archiv der Kategorie: Allgemein
09 04 2019 Schrifttitel und Plakate für Lennart Schilgen

Lennart Schilgen ist Liedermacher, Chansonnier, Musik-Kabarettist. Er lebt in Berlin, tourt mit seinem Soloprogramm und als Teil der Rock-’n’-Roll-Kabarett-Band »Tonträger« durch Deutschland. Für seine versierten und tiefgründig-heiteren Auftritte, bei denen er singt, Gedichte vorträgt und dabei spielend zwischen Klavier und Gitarre (sowie zwischen tragisch und komisch) wechselt, hat er bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Porträtfoto: © Frank Eidel
Für seine aktuelle Tour beauftragte mich der vielseitige Künstler mit der Gestaltung seiner Programmplakate. Der Schrifttitel »Lennart Schilgen«, welcher unkonventionell, lebendig und spontan wirken sollte, ist handgezeichnet und steht in mattem Goldton auf schwarz-weißem Porträtfoto. − Eine Farbigkeit mit Bühnenaffinität, die aber auch signalisieren soll, was Lennart Schilgen neben Leichtigkeit, Witz und »Comedy« noch (dar)bietet: Talent, Klasse, eine philosophisch-kluge und anspruchsvolle − eben wirklich gute − Unterhaltung.
05 04 2019 Zwei neue Hörbücher für Max Goldt
Beinahe jedes Jahr bringt der Schriftsteller Max Goldt eins seiner begehrten, zweischeibigen Hörbücher heraus, welche ich ‒ neben den klassischen Büchern und Lesungsplakaten des Autors ‒ seit 2007 grafisch ausstatten darf. Auch bei diesen beiden Hörbüchern »Der Mann mit dem Mireille-Mathieu-Bart« (2017) und »Weltstars im Nadelwald« (2018) sind die Schrifttitel wieder handgezeichnet.
Unter den durchsichtigen Trays und auf den Audio-CDs von »Weltstars im Nadelwald« findet sich ein Muster, das Militärhistorikern womöglich seltsam bekannt vorkommt: Es handelt sich (schematisch ‒ ganz sicher nicht farblich) um »Strichtarn«, das in den 60ern eingeführte Tarnmuster der NVA. Angeordnet wie brav fallender Regen, sind hier wie einst natürlich stilisierte Tannennadeln zu sehen.
Foto zwischen den Tonträgern: © Stephan Katz
22 04 2016 Königstier in Königsdisziplin – Ein Logo für die Schatullenproduzenten Leo & Leo
Die Berliner Firma Leo & Leo produziert neue Schatullen und Humidore von traditioneller handwerklicher Güte. In diese hochpräzise Tischlerarbeit, für die es früher sogar einen spezialisierten Zweig der Kunsttischlerei gab, fließt Wissen und Erfahrung aus der ganzen Welt ein. Die beiden vielgereisten Cousins und Geschäftspartner Stefan und Dr. Per Leo sind zu gefragten Experten für erlesene Hölzer, deren Beschaffung, Verarbeitung und Oberflächen-Veredelung geworden. Die leidenschaftlich gewachsenen, fundierten gestalterischen Kenntnisse der Leos erstrecken sich von zuweilen erstaunlich gut duftenden afrikanischen Hölzern über Holzfurniere und Beschläge bis hin zum traditionellen Kunsthandwerk der japanischen Lackkunst (Urushi).

In einer Schatulle bewahrt man bekanntlich persönliche Wertgegenstände auf. Ihre kulturellen Glanzzeiten, erklärte mir Dr. Per Leo, hatte die Schatulle während des Biedermeier und des Art déco, wo sie zur Grundausstattung jedes bürgerlichen Haushalts gehörte. Während es uns unsinnig erschien, vom Biedermeier aus eine Brücke zum Grafikdesign schlagen zu wollen (damals existierte weder der Begriff, noch kennen wir heute eindeutig zuordenbare Beispiele), schien der Art déco hingegen bestens für eine Anspielung und Logoübersetzung geeignet. Der Art déco bot uns sein experimentierfreudiges, in geometrische Formen untergliederndes, mit Symmetrie spielendes Grafikdesign (par excellence) an, dessen leicht wiedererkennbares Wesen retrotauglich und bis heute faszinierend ist. Zudem war der Art déco auch noch von einer neu entfachten, weltweiten Ägyptenbegeisterung geprägt …
So entstand schließlich die Idee zu dieser dekorativen Bildmarke, in der ein symmetrischer Löwe, ähnlich einer ägyptischen Sphinx, den beschlagenen und mit Schloss versehenen Deckel einer symbolischen Schatulle bewacht. Die passend dazu gestaltete Wortmarke überführt ebenfalls streng geometrische Grundformen ins Dekorative und bekräftigt den Eindruck: dieses Logo ist eine Hommage an den Art déco – die strahlende Epoche des Kunst- und Schatullen-Handwerks der 1920er bis 40er Jahre.


11 10 2015 This Emptiness Is Mine – Songtext-Lettering an Reichsbahn-Waggon für »Eating Snow«

© Fotos: (farblich veränderte Snapshots) aus dem Videomaterial von Robert Wölfer
Für ein Musikvideo des Elektro-Duos »Eating Snow« (Douglas Greed und Mooryc) habe ich einen Songtext mit Füllmarker und weißer Acrylfarbe über die längsseitige Außenwand eines ausgedienten Eisenbahnwagens geschrieben. Der rotbraun vorgestrichene, krustig-schöne Postwaggon steht normalerweise Graffiti-Künstlern zur Verfügung und parkt in Jena, auf dem Gelände des berühmt-berüchtigten Kassablanca Gleis 1. Der Songtext und nun auch das Lettering-Video gehören zum Stück »This Emptiness Is Mine« auf dem Debütalbum »Eating Snow«. Die intelligent-melancholische Musik dieser beiden Meister kann ich nur schwer beschreiben, aber wärmstens empfehlen.


